Das königliche Kloster von Brou liegt am östlichen Rand von Bourg-en-Bresse im Département Ain im Osten Frankreichs. Es wurde von Margarete von Österreich, Tochter von Kaiser Maximilian I. und Regentin der Habsburgischen Niederlande, als dynastisches Monument und Grabstätte für ihren jung im Jahr 1504 verstorbenen Ehemann Philibert II., Herzog von Savoyen, in Auftrag gegeben. Die Bauarbeiten schritten für die damalige Zeit außergewöhnlich schnell voran – von 1506 bis 1532 – und schufen eines der letzten und prächtigsten Beispiele der flamboyanten Gotik in Frankreich, in dessen Details bereits Renaissance-Einflüsse sichtbar sind.
Im Herzen der Kirche stehen drei Grabmäler, deren Liegefiguren der deutsche Bildhauer Conrad Meit schuf, während die Architektur und die kleinen Statuen aus einer flämischen Werkstatt stammen, vermutlich der von Jan Borman: das Grabmal Philiberts II., seine Figur aus weißem Carrara-Marmor mit zehn Sibyllen darunter; das Grabmal Margaretes von Österreich selbst, das größte der drei, das eine Carrara-Marmorfigur im Staatsgewand oben mit einem Transi darunter verbindet – ihr Körper im Leichentuch, das Haar offen; und das Grabmal Margaretes von Bourbon, Philiberts Mutter, in einer enfeu, einer Grabkapelle in der Südwand, deren Sockel von Pleurants belebt wird – den weinenden Trauernden, bekannt von den Gräbern der Herzöge von Burgund. Rundherum sind 74 hölzerne Chorgestühle aus den Jahren 1530 bis 1532 mit einer erstaunlichen Dichte an Figuren und Blattwerk geschnitzt – Szenen aus dem Alten Testament auf der einen Seite des Chors, dem Neuen Testament auf der anderen. Darüber erhebt sich das Kirchendach, gedeckt mit mehr als 150.000 glasierten Ziegeln in Rautenform in Braun, Grün, Ocker und Hellgelb, im burgundischen Stil.
Jenseits der Kirche beherbergen die drei Kreuzgänge des Klosters – der Gästekreuzgang, der große Mönchskreuzgang der Umgänge und der häusliche »Ménagerie«-Kreuzgang – sowie die ehemaligen Konventsgebäude heute das städtische Museum der Schönen Künste von Bourg-en-Bresse, dessen Sammlungen vom 12. Jahrhundert bis zur Gegenwart reichen, von mittelalterlicher Skulptur bis zu Utrillo, Soulages und Joan Mitchell. Die Anlage wird gemeinsam vom Centre des monuments nationaux und der Stadt Bourg-en-Bresse verwaltet und steht als Monument historique unter Schutz. Wir kümmern uns um die Buchung, sodass Ihr Eintritt für ein bestimmtes Datum vor Ihrer Ankunft bestätigt ist – eine Sorge weniger, wenn Sie in Bourg-en-Bresse ankommen.